Ratgeber

Antisemitismus-Vorwurf gegen Hotel „The Westin“ –
Unsere Einschätzung zum Krisenmanagement

„Die aktuellen Ereignisse rund um den Antisemitismus-Vorwurf durch den Sänger Gil Ofarim gegen das Hotel „The Westin“ in Leipzig sind ein Paradebeispiel für ein vollkommenes Versagen des Krisenmanagements, einer desolaten Krisenkommunikation und eines offenbar unzureichenden Krisenmonitorings der Hotelkette“, so Thomas Seidenberg, geschäftsführender Gesellschafter der ts|medialog GmbH, die seit vielen Jahren als Dienstleister für Krisenmanagement in der Touristik tätig ist.

Aktuell muss man sich fragen: Wer verantwortet das Krisenmanagement des Westin Leipzig und leitet durch diese Krise? Wer ist für die Kommunikation gegenüber den Medien und der Öffentlichkeit verantwortlich? Ist das Hotel generell auf Krisen vorbereitet? Der gesamte desaströse Ablauf wiegt umso schwerer, da ein professionelles Krisenmanagement gerade von einer der größten internationalen Hotelketten erwartet werden darf.

„Dass das Hotel sieben Stunden braucht, um dann mit einem völlig unzureichenden Zweizeiler gegenüber den Medien aufzuwarten, dokumentiert das völlige Versagen der Krisenkommunikation und des Krisenmanagements“, kommentiert Thomas Seidenberg.

In dieser ersten Stellungnahme fehlen der Ausdruck des Bedauerns und eine persönliche Entschuldigung gegenüber dem Sänger für den mutmaßlichen Vorfall (was auch ohne ein Schuldeingeständnis möglich ist) sowie die Erklärung, den Vorfall lückenlos und vollumfänglich, auch mittels Unterstützung der ermittelnden Behörden, aufzuklären. Die Beurlaubung der betroffenen Mitarbeiter hätte bereits ebenfalls in diesem ersten Statement kommuniziert werden müssen. Insgesamt wurde hier nicht rechtzeitig klar Position bezogen und die nun entstandene Gesamtlage wurde durch diese Kommunikationsfehler klar verschärft. Auch ein Zeigen von Israel-Flagge und islamischem Halbmond durch Mitarbeiter vor dem Hotel im Zusammenhang mit einer Demonstration wirkt nicht nur hilflos, sondern sorgt für zusätzliche Verstimmungen und Verwirrungen. (Stand 06.10.2021)

TIPP: Mit Unwetter-Warn-Apps Gefahren erkennen

Sie sind als Verantwortlicher mit einer Ihnen anvertrauten Gruppe unterwegs und planen einen Ausflug ins Gelände? Wir empfehlen: Nehmen Sie sich vorab Zeit, sich mögliche Gefahrenpunkte Ihres Vorhabens zu vergegenwärtigen. Dazu zählt auch, über die aktuelle Wettersituation informiert zu sein und sich bei Unwetterwarnungen nicht außerhalb von festen Unterkünften aufzuhalten. Gehen Sie trotzdem mit Ihrer Gruppe ins Freie, haben Sie ggf. fahrlässig gehandelt. Sie müssen vorhersehbare Gefahren vorausschauend erkennen und zumutbare Anstrengungen unternehmen, um die Ihnen anvertrauten Personen vor Schaden zu bewahren – das gilt insbesondere im Rahmen Ihrer Aufsichtspflicht bei Minderjährigen. Wenn Sie in Deutschland unterwegs sind, können Sie beispielsweise die App des Deutschen Wetterdienstes nutzen. Die Redaktion von ntv.de hat sechs Alarm-Apps vorgestellt (Stand 20. Juli 2021).

Hier geht es zum Artikel von ntv.de.

Krisenmanagement auf Jugendreisen – Interview mit Thomas Seidenberg

„Juvigo“, das Magazin für Feriencamps, Jugendreisen & Sprachreisen, hat unseren Geschäftsführer Thomas Seidenberg zum Thema Krisenmanagement in der Touristik, insbesondere auf Jugendreisen, interviewt. Hier geht es zum Interview mit Juvigo.

Klassenfahrten: Schutz vor Krisen und Notfällen

Klassenfahrten sollen ein schönes Erlebnis sein. Sich im Vorfeld mit möglichen schwerwiegenden Ereignissen zu befassen, erscheint unangenehm und findet daher häufig nicht oder nicht in ausreichendem Umfang statt. Um Notfälle und Krisen möglichst zu vermeiden und im Ernstfall negative Folgen einer Krise abzuwenden, lohnt sich eine gute Vorbereitung jedoch. Hier finden Sie unsere Veröffentlichung zum Thema Klassenfahrten: Schutz vor Krisen und Notfällen“ (PDF) in der Zeitschrift PROFIL des Deutschen Philologenverbandes (Ausgabe 09/2019).

Pressemitteilungen verfassen – So geht’s!

In den Redaktionen geht täglich eine Flut an Pressemitteilungen ein, aus der die wichtigsten Inhalte herausgefiltert werden. Für Ihre Pressemitteilung sollte es daher immer ein relevantes öffentliches Interesse, bzw. ein Interesse für Ihre Zielgruppe geben. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Veröffentlichung. Da Ihre Pressemitteilung JournalistInnen als Grundlage dienen soll, ist sie gut verfasst, wenn der Text ohne viele Rückfragen und Änderungen übernommen werden kann.

Inhalt und Aufbau: Nach Headline und Sub-Headline beginnen Sie mit dem Lead, der die Meldung kurz zusammenfasst. Stellen Sie das Wichtigste immer an den Anfang. Wenn JournalistInnen kürzen, dann gerne von hinten. Beachten Sie, dass alle W-Fragen (Wer? Was? Wo? Warum? Wann? Wie? Woher?) zu Beginn beantwortet werden. Hintergrundinformationen folgen im Mittelteil. Ein kurzes Unternehmensprofil am Schluss rundet die Pressemitteilung ab. Vergessen Sie nicht, Ort und Datum anzugeben, sowie die Kontaktdaten Ihres Ansprechpartners für PressevertreterInnen.

Texten Sie Ihre Meldung kurz und einfach, objektiv statt werblich. Verwenden Sie einen aktiven Sprachstil. Passiv ist tabu. Zitate von Unternehmensverantwortlichen (mit Angabe von Name und Funktion des Zitatgebers) werden gerne übernommen und machen Ihre Pressemitteilung lebendig.

JournalistInnen freuen sich über Bilder. Wenn Sie Bildmaterial anbieten möchten, stellen Sie dies in unterschiedlichen Auflösungen bereit. Für Online-Medien reichen geringe Auflösungen, bei Print-Medien werden höhere Auflösungen benötigt.

112: Einheitliche EU-weite Notrufnummer

Welche Notrufnummer wählen Sie in welchem EU-Land? Was viele nicht wissen: Über die 112 können Sie in allen EU-Ländern von jedem Festnetz- und Mobiltelefon aus gebührenfrei die Notrufdienste erreichen – Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr. Außerdem wird die 112 auch in einigen Ländern außerhalb der EU verwendet, z. B in der Schweiz und in Südafrika.

Informationen zum EU-weiten Notruf 112

TIPP: IHK-Notfall-Handbuch – Was tun, wenn der Chef ausfällt?

Auch die Geschäftsführung eines Unternehmens kann unerwartet ausfallen – zum Beispiel durch Krankheit oder Unfall. Ist Ihr Unternehmen auch dann noch handlungsfähig? Es kann ratsam sein, für solche Fälle einen Notfallplan mit den wichtigsten Informationen und Regelungen zu hinterlegen, um unnötigen Schaden von Ihrem Unternehmen abzuwenden. Anregungen hierfür gibt das Notfall-Handbuch der IHK.

Hier gibt es das Handbuch der IHK zum Download